Dienstag, 2. Januar 2024

Ferien, Weihnachten, Neujahr

Nun bin ich schon seit mehr als 5 Monaten hier. Auch wenn ZUM GLÜCK noch nicht mal die Hälfte meines Austauschjahres um ist, wünschte ich mir, dass die Zeit einfach stehen bleibt, denn in diesem letzten Monat (mit der neuen Gastfamilie) konnte ich das Leben sehr geniessen und es war perfekt für mich.


Am 2. Dezemmber habe ich meine Gastfamilie gewechselt. Ich wurde sehr gut aufgenommen und verstehe mich gut mit meinen 3 Geschwistern. Ich bin sehr integriert, auch was Cousins betrifft, und es fühlt sich wirklich an wie eine Familie. Ich bin sehr glücklich hier.

Aussicht aus meinem Fenster

Seit dem  5. Dezember (bis im Februar) habe ich Ferien. Ich habe für die ersten 3 Tage genutzt um ein Bisschen etwas für die Schule in der Schweiz zu machen, und den Rest der Zeit bin ich voll und ganz am geniessen.

Die Woche vom 11. Dezember verbrachte ich bei meinen Verwandten in São Paulo. Sie Sprechen zwar kein Deutsch, aber trotzdem war es sehr interessant, zu sehen, dass es einige schweizer Dinge in ihrem Haus gab. Ich bin für 2 Tage mit ihnen zu ihrem Strandhaus gefahren. Das Haus hat sehr grosse Fenster und es hat viele Pflanzen und Bromeilien, dass es sich anfühlt, wie wenn man in einem Jungel wäre. Ich verbrachte fast den ganzen Tag am Strand, hauptsächlich mit surfen. Ich hab es zum ersten Mal gemacht und es hat schon so gut geklappt, dass ich keine Hilfe mehr brauchte und den ganzen Tag nutzen konnte um zu üben und mich zu verbessern. Der Strand war sehr klein und es hatte Felsen auf den Seiten, wo ich Meeresschildkröten beobachten und einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen konnte. Ich habe es sehr genossen und wäre am liebsten noch viel länger dort geblieben.

Strandhaus


Surfen

Die restliche Zeit der Ferien verbrachte ich damit, auf Mangobäume zu klettern, mit meinen Geschwistern Mariokart zu spielen, mit ihnen zu puzzeln, und den Pool als Abkühlung zu geniessen. Aber die meiste Zeit verbrachte ich mit zwei Kolleginnen, der andern Austauschschülerin aus Ecuador und ihrer Gastschwester. Sie wohnen nur 3 Strassen entfernt und jedesmal wenn es regnet, gehen wir mit den Kleidern in den Pool. Wir schauen zusammen Filme, spielen Spiele, treffen uns mit anderen Kollegen, pflücken Kokosnüsse und probieren sie ohne Werkzeug zu öffnen und reden sehr viel.

Gabi (Brasilien), Ich und Daira (Ecuador)

Weihnachten: Am 24. Dezember haben wir bis 12 Uhr geschlafen, denn wir mussten ausgeruht sein für den Abend. Es gab ein Familienfest mit ca 100 Personen an einem abgelegenen Ort mit Pool und vielen Palmen. Es hätte um ca 19 Uhr gestartet, aber die meisten Personen kamen erst gegen 20 Uhr. Zum Glück kamen wir früher als die meisten, denn es ist üblich, dass man zu jeder Person geht und "Hallo" sagt, was sehr lange gedauert hätte. Es gab einen Cousin-Tisch, an dem meine Geschwister, zwei Coisinen und ihre Freunde sassen. Wir haben sehr viel geredet und einer der Freunde hat sich sehr für die Schweiz interessiert und sehr spezifische Fragen gestellt. Um 21 Uhr gab es dann die Vorspeise. Es gab ein sehr buntes Fruchtbuffet, Schinken-Käse Platten, Stroganof und natürlich Reis. Vor dem Hauptbuffet kam der Weihnachtsmann (Papai Noel) und brachte Geschenke. Es bekamen nur die Kinder unter etwa 10 Jahren etwas und einige der Grosseltern, aber sonst ist es, zumindest in meiner Familie, nicht Brauch, sich etwas zu schenken. Zum Hauptbuffet gab es bunte Salate, die in Mustern aufgetischt waren, 2 verschiedene Reisarten, zwei andere Gerichte mit Fisch und Kürbis und ein Spanferkel. Danach haben wir wieder viel geredet und Spiele gespielt und gewartet bis es Mitternacht wird, denn dann ist offiziell Weihnachten. Als es soweit war hat es fast niemand gemerkt, da alle am reden waren, aber mit der Zeit haben es dann alle mitbekommen und alle haben sich gegenseitig umarmt. Ich habe auch sehr viele Personen umarmt, die ich gar nicht kannte, und zum Beispiel die Kellnerinnen. Am Anfang fand ich es ein Bisschen komisch und auch überraschend, aber ich hab mich schnell dran gewöhnt und es passt zur brasilianischen Kultur. Nach dem ganzen ummarmen und "feliz natal" gab es Dessert (irgendetwas was mich an Tiramisu erinnerte und Glace) und dann machten sich immer mehr Leute auf den Heimweg. Meine Gastfamilie und meine Cousins blieben bis ganz zum Schluss (ca. 3.00) und wir spielten viele Spiele zusammen und redeten.


Vorspeisebuffet

Am 25. Dezember ging das Fest weiter. Es kamen wieder alle zusammen zum Zmittag. Es gab natürlich Churrasco (Sehr feines Fleisch und Poulet mit Reis, Farofa, Früchten und aderen Beilagen). Ich hab es sehr genossen und einige Male nachgeschöpft, denn es ist mittlerweile mein Lieblingsessen. Danach gab es ein Wichteln. Das funktionierte aber nicht wie in der Schweiz, sondern jede Person brachte eine Schokolade und ein Bisschen Geld. Dann werden Zettel gezogen mit den Namen drauf und die letzte Person gewinnt das Geld. Es war sehr lustig, denn logischerweise will niemand gezogen werden und so entstanden einige (lustig gemeinte) Feindschaften. Danach gingen die meisten Personen in den Pool. Wir blieben dort, bis die Mehrheit schon nach Hause ging und schlussendlich hatten wir den Pool für uns. Wir spielten Marco Polo, assen Glace und redeten. Um 19.30 gingen wir dann nach Hause.

Wichteln mit Schokolade

Für mich war dieses Weihnachten eine sehr interessante Erfahrung und ich habe es sehr genossen, dennoch war es für mich keine Weihnachten, denn mir fehlten die Traditionen und natürlich das Wetter. Es fühlte sich mehr an, wie ein sehr fröhliches Familienfest irgendwann im Jahr.

Für Neujahr gingen wir auf eine Farm, wieder mit einigen anderen Familienmitgliedern. Es gab einige interessante Dinge... Es hatte 3 Aras, die eigentlich frei sind, aber auf der Farm wohnen, es gab einige Seen, mit vielen Fischen zum fischen, es gab eine Insel voller Hasen, viele Pfaue, eienen Pool, einen Pingpongtisch,... Als wir fischen waren hab ich zwei Piranhas herausgezogen, wir haben sie aber wieder freigelassen. Tagsüber war es extrem heiss, weshlab wir manchmal Mariokart im klimatisierten Haus gespielt haben. Es gab sehr viel feines Essen und es war eine sehr angenehme Atmosphäre, die ich sehr genossen habe. An Silvester ist es in Brasilien üblich, weiss zu tragen, und wenn nicht weiss, gibt es Bedeutungen für die Farben. Wenn man zum Beispiel Blau trägt, steht das für Ruhe, wenn man Grün trägt für Gesundheit, wenn man Gelb trägt für Geld, usw. An diesem Abend konnte ich Teil einer Tradition meiner Coisins werden. Sie schreiben nämlich jedes Jahr 4-6 Neujahresvorsätze auf und überprüfen dann im nächsten Jahr, ob sei es geschafft haben. Ich finde das eine sehr schöne Tradition und sie haben mich schon eingeladen, nächstes Jahr wieder mitzumachen per Telefon. Ich konnte meine Cousine überzeugen, mit mir um Mitternaccht in den Pool zu springen, denn ich wollte diese einmalige Möglichkeit nutzen, das neue Jahr so zu beginnen. Nachdem wir uns danach umgezogen haben, gingen wir zu den andern Familienmitgliedern um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen, und wie an Weihnachten, haben sich wieder alle gegenseitig umarmt, auch wenn man sich nicht wirklich kannte. Danach haben wir Pingpong und Kartenspiele gespielt, gegessen und geredet.


Meine Gastfamilie und ich 

selbstgefischter Piranha

Ara

Sonnenaufgang um 5.30

Frischgepflückte Mangos

Sonnenuntergang bei meinem Haus





Freitag, 1. Dezember 2023

Zoo, Countryfair und RIO DE JANEIRO!

Dieser Blog wurde etwas länger, denn ich habe viel erlebt, aber lest selber...

Am Donnerstag, 2. November, hatte ich keine Schule, wegen einem Feiertag. Am Morgen fuhren wir nach Bauru und gingen dort in den Zoo. Es gab einige Tiere, die es in der Schweiz nicht gibt, vorallem viele Papageien und andere Vögel. Als wir gerade vor einem Gehege mit Tukanen standen, kam promt ein freier Tukan und setzte sich auf das Gehege. Leider war es extrem heiss, dass wir viele Pausen machen mussten, und es nicht richtig geniessen konnten. Nach dem Zoo gingen wir noch kurz zum botanischen Garten nebenan. Dort gab es viele interessante Pflanzen und man konnte sehr viele eidechsenartige Tiere beobachten. Nachdem wir zu Mittag gegessen hatten, gingen wir zu einem kleinen See, dass ich endlich Capybaras sehen kann. Und tatsächlich, schon von weitem sah ich das erste am Ufer sitzen und um den ganzen See herum, gab es noch einige andere. Ich versuchte sie mit Brot zu füttern, aber leider hatten sie zu viel Angst. Sobald man ihnen zu nahe kam, sprangen sie mit allen vieren voraus ins Wasser und grunzen dabei. Das fand ich sehr amüsant.


Am Freitagabend vom 10.11., ging ich mit meinen Kolleginnen Pizza essen, Denn eine von ihnen hatte Geburtstag. Ich hatte viel Spass dabei und redete viel mit meinen Kolleginnen. Sie erzählten mir viel über Brasilien und ich wurde im "Fofoca" upgedated.

Am Samstag ging ich mit zwei andern Austauschschülern in eine andere Stadt und wir nahmen an einem RYLA Event teil. Es war nicht sehr spannend, aber es hatte viele sehr freundlich Jugendliche, mit denen wir uns gut verstanden hatten. Danach übernachteten wir bei meiner Councelorin von Rotary, und wir hatten sehr viel Spass. Wir tanzten viel, genossen den Pool und assen mexikanisch, ecuadorianisch, und natürlich brasilianische Dinge.

Am Sonntag mussten wir sehr früh aufstehen, um nach Sorocaba zu fahren. Dort mussten Jugendliche, mehrere Prüfungen machen, um mit Rotary ins Austauschjahr gehen zu können. Wer bei diesen Prüfungen und Interviews am besten abschneidet, darf als erstes das Gastland wählen. In den Pausen zwischen den Prüfungen und Interviews hatten alle jetzigen Austauschschüler einen Stand über ihr Land, um die Brasilianer dafür zu begeistern, sich für ihr Land als Gastland zu entscheiden. Ich hatte sehr viel Spass dabei und es gab viele Interessenten für die Schweiz.




Am Freitag, dem 17.11., machten meine Kolleginngen und ich einen Spieleabend. Alle brachten einen Snack mit und wir spielten ein interessantes Detektivspiel. Ich habe am Anfang garnichts verstanden, aber nach und nach mit dem Spielen ging es. So richtig verstanden habe ich das Spiel leider erst, als es schon zu Ende war. Wir haben viel geredet und gegessen und mit 5 eine Woche alten Welpen von meiner Kollegin gespielt.

Und jetzt zu einem der Highlits meines Austauschjahrs:

Erster Blick auf den Pão de Açúcar
Es begann am Sonntag, dem 19. November. Wir standen früh auf und machten uns dann mit dem Auto auf den ca. 10-stündigen Weg. Fast die ganze Autofahrt lang habe ich Musik und Hörspiele gehört, und geschlafen. Man merkte sehr gut, wie sich die Landschaft mehr und mehr veränderte, je weiter in den Norden und an die Küste man fuhr. Am Späten Nachmittag kamen wir dann endlich in Rio de Janeiro an. Nachdem wir ausgepackt hatten, liefen wir zum Strand in der nähe. Leider war es sehr regnerisch und auch ein dreckiger Strand, trotzdem konnte ich gut den bekannten Pão de Açúcar (Deutsch: Zuckerhut) anschauen und Muscheln sammeln. Danach gingen wir in einem Restaurant abendessen. Auf dem Rückweg begegneten wir sehr vielen Obdachlosen und einmal kam einer, der um Geld bat, was normal ist, aber plötzlich kamen von hinten zwei andere Männer, dann sind wir ganz schnell weitergelaufen.

Am Montag hatten wir den ganzen Tag Zeit, die typischen Touristenatraktionen von Rio zu besichtigen. Zuerst gingen wir zur "Escadaria Selarón". Das ist eine farbige Treppe mit Mosaik. Ich fand sie sehr schön, aber natürlich hatte es viel zu viele Menschen. Danach gingen wir kurz zur "Arcos da Lapa" und dann machten wir uns auf den Weg zum "Cristo Redentor". Wir konnten mit dem Auto hochfahren, da wir mit einem Guide unterwegs waren. Die Strasse führte durch den Wald  und es gab viele Jakobsfruchtbäume. Oben angekommen stellten wir fest, dass es sich nicht lohnt, an diesem Tag für den Cristo Redentor zu bezahlen, denn, wegen der Wolken konnte man garnichts sehen. Also fuhren wir wieder runter und nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Pão de Açúcar. Wir fuhren mit der Schwebebahn nach oben und schauten dann dabei zu, wie immer mehr Lichter angingen, denn es wurde schon langsam dunkel. Die Aussicht war aber leider auch nicht perfekt, da wir nur knapp unter den Wolken waren. Ca. um 8:30 waren wir zurück im Hotel.


Am Dienstag war endlich schönes Wetter, welches wir ausnutzten und zum Strand von Niterói fuhren. Dort verbrachten wir den ganzen Vormittag. Es gab sehr viele schöne Muscheln und die Wellen waren recht hoch. Es hat sehr viel Spass gemacht dort zu schwimmen und es ist auch ein recht sicherer Strand. Zum Mittagessen fuhren wir rüber zur berühmten Copacabana. Dort gab es sehr viele Personen, die Fussball spielten und ich fand es sehr interessant, ihnen dabei zuzusehen. Nachdem wir dort auch noch kurz badeten, gingen wir zurück zum Hotel, um uns für den Abend vorzubereiten.








AFA vs. CBF
Um 6 Uhr war es endlich soweit, und wir machten uns auf den Weg zum Fussballspiel zwischen Brasilien und Argentinien, im Maracanã Stadion, dem Grund für die Reise nach Rio. Auf dem Weg hatte es sehr viel Stau, aber alles hatte gut funktioniert, und als ich endlich im Stadion, auf einem guten Platz sass, war ich überglücklich. Es dauerte noch etwa 2 Stunden bis zum (geplanten) Spielbeginn, aber ich konnte so die Atmosphäre richtig geniessen und den Spielern beim Aufwärmen zusehen. Die Zeit verging sehr schnell und als die Hymnen vorbei waren, war für kurze Zeit nicht klar, ob das Spiel überhaupt stattfinden wird, denn Es gab Auseinandersetzungen zwischen den argentinischen Fans und den brasilianischen Fans. Zum Glück sass ich weit weg, aber ich konnte trozdem  beobachten, wie einige Sitze durch die Luft flogen und die brasilianische Polizei hart eingreifen musste. Nach ca. einer halben Stunde konnte das Spiel aber zum Glück angepfiffen werden. Weil allgemein eine starke Rivalität zwischen Brasilien und Argentinien herrscht, wurde in den ersten ca. 20 Minuten fast alle drei Minuten das Spiel unterbrochen, weil sehr viel gefault wurde. In der Pause bemerkten wir, dass sehr nahe von uns Michel Teló (Sänger von z. B. "Ai se eu te pego") sass und natürlich gingen wir sofort hin und machten ein Selfie mit ihm. Ich kam auch ein bisschen ins Gespräch mit ihm, über das Thema Austauschjahr und wo ich wohne undso. Die zweite Halbzeit war nicht viel besser. Brasilien verpatzte einige Chancen, Argentinien schoss das 0:1 und als ein Brasiliander dann die rote Karte sah, war die Hoffnung endgültig verloren. Trotz der eher negativen Stimmung im Stadion und der Niederlage, war es ein sehr cooler Abend und ich konnte einen, wenn nicht sogar den besten Fussballer der Welt, Lionel Messi, spielen sehen. 


Da meine Gastmutter noch unbedingt zum Cristo Redentor wollte, fuhren wir am Mittwochmorgen nochmals kurz rauf, machten einige Fotos, und dann mussten wir uns aber auch schon wieder auf den Heimweg machen, da wir nicht zu spät zu Hause ankommen wollten. Im Auto schlief ich schnell ein und wir kamen 12 Stunden später zu Hause an und gingen sofort ins Bett.

Cristo Redentor

In diesem Monat war es sehr heiss und man hat oft schon geschwitzt, wenn man einfach nur im Zimmer rumsass. Ich vermisse den Schnee und kühle Herbstnächte. Immerhin regnete es manchmal am Nachmittag, dann ging ich oft raus und Spielte mit den kleinen "Flüssen" an den Seiten der Strasse.

In der Schule habe ich sehr viel Spass, da ich mittlerweile schon recht gut Portugiesisch kann und mich deshalb problemlos mit meinen Kolleginnen unterhalten und Witze machen kann. Im ganzen November hatten wir an der Schule ein Turnier. Alle älteren Klassen spielten gegeneinander Handball und Volleyball. Ich spielte Handball und hatte sehr viel Spass dabei, denn es war immer eine mega coole Stimmung wärend der Spiele. Viele Klassen überredeten ihre Lehrer, die Spiele schauen zu gehen und alle hatten dann Plakate, Ballons und Farbe im Gesicht, und es gab viele Sprüche um die spielenden Klassen anzufeuern.

Urwald

Arcos da Lapa

Escadaria Selarón

Pão de Açúcar

Praia Niterói

Copacabana

Selfie mit Michel Teló

Postkartenansicht von Rio de Janeiro








Sonntag, 29. Oktober 2023

100 Tage Jubiläum - Santos, Wasserpark und Äffchen

Heute, vor genau 100 Tagen, bin ich am Morgen früh in São Paulo gelandet! Es ist fast schon unheimlich, wie schnell die Zeit hier vergeht, denn ich bin schon mehr als 3 Monate hier und ich weiss garnicht, wo diese Zeit geblieben ist.

Am Samstag, dem 30. September, gab es wieder einen Rotaryanlass. Es war ein Treffen in Tatuí mit den andern Austauschschülern und vielen weiteren Leuten von verschiedenen Rotaryclubs. Wir Austauschschüler mussten uns vor einem vollen Saal auf Portugiesisch vorstellen, aber zum Glück kann ich das mittlerweile schon ziemlich gut. Es gab aber auch einige andere Austauschschüler, die Probleme damit hatten, was mich überrascht hat. Danach gab es Mittagessen und einige Reden, bei denen wir aber den Saal verlassen und uns ein bisschen unterhalten haben. Als der ganze Anlass vorbei war, wurden wir mit mehreren Autos zum Haus einer Rotarierin gefahren. Dort spielten wir Spiele aus verschiedenen Ländern, nutzten den Pool, redeten und assen. Am Abend haben wir zusammen Disneylieder gesungen, aber das coole war, dass sie jeder in seiner Sprache gesungen hat. Danach hatten wir auch noch sehr viel Spass dabei, Tierlaute der verschiedenen Länder zu vegleichen. Dann gingen wir schlafen.


Am Sonntag mussten wir früh aufstehen, weil uns ein Car abholte, um uns nach Santos zu fahren. Santos ist eine der grössten, wenn nicht sogar die grösste Hafenstadt Südamerikas und auch Heimatstadt des Fussballvereins Santos, bei welchem Neymar und Pelé für längere Zeit gespielt hatten. Die Carfahrt war sehr cool, da man sich frei im Car bewegen konnte und wir deshalb viel getanzt und gesungen haben. Die Sicht aus dem Fenster war aber auch spannend, da wir an einigen Favelas von São Paulo vorbeifuhren und die Natur sich immer mehr veränderte im Vergleich zum Landesinneren. Zu einigen Zeiten konnte man Garnichts sehen, da es so viel Nebel hatte. Als wir in Santos ankamen, gingen wir in ein Aquarium. Ich fand es nicht sehr spannend und einige der Aquarien waren sehr dreckig, aber wir hatten trotzdem Spass. Danach gingen wir natürlich so schnell wie möglich zum Strand. Wir konnten leider nicht weiter ins Wasser, als mit den Füssen, da es regnete, aber es war trotzdem sehr toll, wiedermal am Meer zu sein. Nach dem Mittagessen liefen wir zum Pelé-Museum. Ich fand es dort sehr interessant, denn man konnte signierte Shirts und viele Bilder sehen, und die ganze Geschichte von Pelé verfolgen. Als nächstes gingen wir in ein Kaffee-Museum, was ich sehr langweilig fand, aber immerhin konnte man von dort aus das Geschehen am Hafen beobachten. Schlussendlich schauten wir uns noch einen kleinen Markt, direkt vor dem Museum an. Die Stimmung war sehr gemütlich und es fühlte sich sogar ein bisschen an, wie ein Weihnachtsmarkt. Auf der Heimfahrt haben einige geschlafen, aber ich nutzte die Zeit und unterhielt mich sehr lange mit zwei andern Austauschschülern. Nach der Carfahrt gingen Daira, die andere Austauschschülerin aus meiner Stadt, und ich nach Sorocaba und schliefen dort. Am nächsten Tag gingen wir mit einem Car zurück nach Hause.

Zum Feiern des «Dia das Crianças», also dem Tag der Kinder, wurden in meiner Schule eine Hüpfburg, zwei Trampoline und einige weitere Spielgeräte aufgestellt, und die jüngeren Schüler konnten den ganzen Morgen spielen, und Zuckerwatte und Popcorn essen. Wir älteren konnten die Dinge auch ausprobieren, aber wir bekamen nur eine Schulstunde lang frei dafür.

Am Donnerstag und am Freitag hatten wir keine Schule (wegen dem Dia das Crianças), deshalb ging ich mit meiner Mutter und meiner (ich glaube) Grosstante in einen Wasserpark. Es war sehr anders, als Schwimmbäder in der Schweiz und mir hat es ehrlichgesagt nicht so gut gefallen. Die Schwimmbecken waren alle lauwarm, was sehr unangenehm ist, wenn die Luft auch über 25°C warm ist. Sie waren auch extrem dreckig und es hatte viel zu viele Menschen. Nach etwa einer Stunde kam es auch noch regnen, und das einzige, was man machen konnte war, im Schwimmbecken zu bleiben und sich irgendetwas auszudenken, dass einem nicht langweilig wird. Immerhin konnte ich mich auf das Fussballspiel am Abend freuen. Das kam dann aber auch nicht gut raus, denn Brasilien, das Land mit den meisten Weltmeistertiteln, machte gegen Venezuela ein Unentschieden!

Letzten Sonntag ging ich zusammen mit meinem Gastvater und meiner Gastgrossmutter nach Manduri. Das ist der Ort, an dem ich schonmal gewesen war, um Affen zu sehen, ich aber kein Glück hatte. Dieses Mal war es anders. Zu Beginn war es nur ein einziges Äffchen, aber es kamen immer mehr und ich kam garnicht hinterher mit dem verfüttern der Bananen. Ich fand es sehr herzig, und manchmal, nachdem ich das Bananenstück gegeben hatte, schauten mich die Äffchen dankbar an und kletterten dann zurück in den Baum.


In diesem Monat hat es häufig geregnet und es war auch nicht ganz so heiss (Mittags ungefähr zwischen 25°C und 35°C)



Strässchen in Santos


Museu Pelé


Hafen von Santos





Samstag, 21. Oktober 2023

Unterschiede in Brasilien

Diesen Post mache ich, da mir nach diesen ersten 3 Monaten sehr viele Dinge aufgefallen sind, die hier anders sind, als zu Hause, in der Schweiz. Es sind Dinge, die einfach in meinem Leben hier anders sind. Es kann sein, dass das nur bei meiner Gastfamilie, in meiner Stadt, oder auch in ganz Brasilien so ist.


  1. An der Kasse gibt es Menschen, die für einen das Gekaufte in Plastiksäcke packen
  2. Läden haben auch Sonntags geöffnet
  3. An der Tankstelle gibt es Angestellte, die für einen tanken
  4. Brasilianer duschen jeden Abend und manchmal sogar mehrmals täglich
  5. WC Papier kommt in den Mülleimer
  6. Zur Begrüssung umarmt man sich und gibt sich ein Küsschen auf die Wange
  7. Wenn man mit jemand fremden spricht, bekommt man danach eine Instagram-Anfrage
  8. Fast jeden Abend gibt es im Fernseher Berichte über Morde
  9. Bei Essen mit der ganzen Familie gibt es einen Gebetskreis
  10. Man gibt das erste Stück des Geburikuchens einer, für einen, wichtigen Person
  11. Man wünscht sich etwas, wenn man den Geburikuchen schneidet und nicht wenn man die Kerzen ausbläst
  12. Es gibt keine Regenschütze
  13. Wenn es regnet, regnet es richtig
  14. Die Woche beginnt mit Sonntag
  15. Es gibt viele kleine Mücken, die quasi unmöglich sind, zu erwischen
  16. Harry Potter und allgemein das Thema Filme und Serien ist ein beliebtes Gesprächsthema
  17. Brasilianer gehen viel ins Gym
  18. In fast jeder Klasse gibt es jemanden der João heisst
  19. Viele Brasilianer haben mehrere Vor- und Nachnamen
  20. Man schreibt oft in Schnürchenschrift
  21. Die Familie ist sehr wichtig und man trifft sich regelmässig
  22. Es gibt Motto- und Festtage, an denen alle verkleidet zur Schule gehen
  23. Es läuft überall Musik (vorallem Funk oder Sertanejo)
  24. Viele Lieder haben eine Choreografie, die alle Brasilianer kennen
  25. Die Menschen unternehmen viel mehr (Eisessen, Restaurant, Abhängen, Filme schauen,...)
  26. Man benutzt kein Duschgel, sondern ein Stück Seife
  27. Es gibt oft Churrasco (BBQ) mit Familie und Freunden
  28. In fast jedem Haus gibt es eine Churrasqueira (Churrasco-Grill)
  29. Die meisten Häuser haben Küche und Waschraum draussen
  30. Es gibt keine Geschirrspühler
  31. Viele Familien haben eine Haushaltshilfe (fast jeden Tag)
  32. Alle Häuser haben eine hohe Mauer und Stacheldraht
  33. Die Häuser werden Haus an Haus gebaut
  34. Nur wenige haben Klingeln, bei den meisten ruft man einfach oder nutzt die Autohupe
  35. Es gibt praktisch keine Gärten, höchstens einige Topfpflanzen, Bäume oder ein Grasfleck
  36. Die Häuser haben meistens nur eine Etage
  37. Die allermeisten Häuser haben Katzen oder Hunde
  38. Es gibt viele Strassenhunde und -Katzen
  39. Auf den Strassen gibt es Wellen um das Tempo zu kontrollieren
  40. Fussgänger achten nicht auf Rotlicht oder Fussgängerstreifen und Autos haben Vortritt
  41. An den Ampeln gibt es einen Countdown
  42. Man sieht manchmal Cowboys
  43. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Paar Schuhe von der Stromleitung hängt
  44. Die Erde ist rot ("Terra roxa")
  45. Manchmal fahren Autos mit Lautsprechern auf dem Dach rum für Werbung
  46. Es gibt überall Palmen und Kakteen
  47. Es gibt keine öffentlichen Mülleimer
  48. Die Strassen sehen komplett anders aus, ich kann es fast nicht beschreiben
  49. Man fährt seeeeehhhhr viel Auto (sobald man mehr als 5-10 min. laufen müsste)
  50. Es gibt keine Züge
  51. Die Städte sind allgemein viel Grösser und liegen weiter auseinander
  52. Wenn man in eine grössere Stadt möchte, muss man meistens mehr als 1 Stunde Autofahren
  53. Es gibt fast keine Berge oder Hügel, deshalb kann man beim Autofahren gefühlt über das ganze Land schauen
  54. Bei jedem BBQ gibt es Knoblauchbrot
  55. Man isst eigentlich bei jeder Mahlzeit Fleisch und allermeistens Reis und Bohnen
  56. Brasilianer trinken sehr viel Kaffee (auch schon Kinder)
  57. Man isst zu allem Ketchup (Burger, Pizza,...)
  58. Pizza gibt es in allen möglichen Geschmäckern (z.B. "Romeu e Julieta", das ist Goiabadapaste mit Käse)
  59. Es wird viel Kondensmilch benutzt
  60. Alles Süsse ist sehr süss
  61. Normalerweise gibt es nur salzige Butter
  62. Die Früchte haben viel mehr Geschmack
  63. Wenn man eine Frucht vom Baum pflückt, isst man sie, ohne sie zu waschen
  64. Es gibt sehr leckere Säfte
  65. Man kann kein Leitungswasser trinken
  66. Guaraná <3
  67. Gabel rechts, Messer links
  68. Nach dem Essen stellt man das Besteck nicht auf Vier Uhr
  69. Zum Essen wird nicht automatisch ein Glas Wasser getrunken
  70. Man wartet nicht aufeinander mit Essen und sagt auch nicht "en Guete"
  71. Allgemein wird hier viel mehr gegessen
  72. Lehrer sind wie Kollegen
  73. Das Schulsystem ist komplett anders
  74. Die Schule fängt um 7:00 Uhr an
  75. Am Abend gibt es oft Kinder, die Drachen steigen lassen
  76. Praktisch alle Brasilianerinnen haben perfekte Nägel und achten sehr auf ihr Aussehen
  77. Auch schon kleine Kinder schmiken sich und haben Ohrlöcher
  78. Fast alle wissen Bescheid über Fussball und haben ein Lieblingsteam
  79. Man sieht aber nur Jungs, die Fussball spielen
  80. Die Menschen sind viel offener und fröhlicher
  81. Jeder will mit Ausländern reden und ist sehr interessiert an anderen Kulturen
  82. Alle lieben blaue Augen und blonde Haare
  83. Jeder kann tanzen 
  84. Die Leute sind viel spontaner und lockerer
  85. Alles braucht seine Zeit
  86. Pünktlichkeit ist nicht so wichtig
  87. So gut wie allle sind gläubig und gehen in die Kirche
  88. Eltern nennen ihre  kinder "Filho/Filha" also "Sohn/Tochter"
  89. Brasilianer machen immer sehr viele Bilder

Montag, 25. September 2023

Unabhängigkeitstag und mehr

Heute (27.9.23) vor genau 69 Tagen habe ich mich von meinem Leben in der Schweiz verabschiedet, bin in ein Flugzeug gestiegen und habe ein komplett anderes Leben begonnen. Mir gefällt es sehr gut hier und ich habe schon langsam eine richtige Wochenroutine. 

In der Schule bin ich mittlerweile sehr gut integriert. Wir unternahmen schon viele Sachen zusammen, wie zum Beispiel Eisessen oder einen Film schauen. Als ich manchmal in der Schule alleine mit Jasskarten Spiele gespielt habe, wurden meine Kolleginnen darauf aufmerksam und ich habe ihnen Arschlöcheln und Buure beigebracht. Am Anfang fanden sie es ein bisschen kompliziert, aber ich habe ihnen die Regeln aufgeschrieben und jetzt spielen wir es sehr oft. Ich finde, es fühlt sich sehr schön an, wenn ich den Menschen hier etwas aus der Schweiz zeige, oder beibringe und ich hoffe, sie werden sich dann auch daran erinnern.

Ich habe begonnen, jeden Montagabend in den Capoeira Unterricht zu gehen. Capoeira ist ein Brasilianischer Kampftanz und es macht mir sehr viel Spass. Was ich besonders cool daran finde, ist, dass es ein Teil der brasilianischen Kultur ist und ich mich deshalb mehr mit diesem Land verbunden fühle. Der Unterricht ist sehr interessant, da er für ärmere Leute gedacht ist und ich deshalb Kontakt habe mit Menschen, die mir im Alltag nicht wirklich begegnen. Es sind Kinder im Alter von etwa 4 bis 19 Jahre. Sie sind alle mega offen und probieren mich so gut wie möglich zu integrieren. Viele interessieren sich auch für mich und fragen mich sehr viele Fragen über mich und die Schweiz.

Da am 7. September der Unabhängigkeitstag von Brasilien war, hatten wir dann keine Schule. Am Morgen gab es eine grosse Parade durch die ganze Stadt, bei der ich mit meinem Rotaryclub mitgelaufen bin. Danach ging ich mit meiner Gastfamilie zu einem Ort in der Natur, wo es wilde Affen haben sollte, aber leider haben wir keine gesehen. Der Ort hat mir trotzdem sehr gut gefallen, da es ein Wald hatte, in dem es sich ein bisschen angefühlt hat, wie in der Masoala Halle im Zürich Zoo. Es hatte auch einen See und es war eine schöne Stimmung. Zurück in Santa Cruz, gingen wir zu einem Haus von Leuten von Rotary, welches auch einen Pool hatte und wir machten einen «Churrasco». Das ist der typisch brasilianische Barbecue. Wir blieben dann den ganzen Nachmittag und Abend dort und es hat mir sehr gefallen. Es hatte eine grosse Wiese, ein Trampolin und einige Hängematten und ich habe andere Jugendliche kennengelernt, mit denen ich viel geredet hatte.

Am nächsten Tag, Freitag dem 8. September, war das erste Fussballspiel der brasilianischen Seleção, seit ich hier bin. Ich habe es mit meiner Familie geschaut und dazu Açaí gegessen. Brasilien hat 5:1 gewonnen! An diesem Abend fühlte ich mich richtig brasilianisch und mir wurde bewusst, dass dieses Leben hier für mich perfekt ist.

Pudding mit Pudding
Am Samstag war ich den ganzen tag bei meiner Counsellerin, meiner Betreuungsperson von Rotary. Es waren auch noch einige andere Personen da, wie zwei andere Austauschschüler, meine zweite Gastmutter und -schwester. Wir haben viel gegessen und Dinge über die brasilianische Kultur gelernt. Da es geregnet hatte, konnten wir leider den Pool nicht benutzen, aber es war trotzdem ein guter Tag.

Am Samstag, 23.9., bin ich zusammen mit der andern Austauschschülerin aus meiner Stadt mit dem Bus 6.5 Stunden nach Piracicaba gefahren. Die Busfahrt konnte ich gut gebrauchen um einfach mal auszuruhen. In Piracicaba haben wir bei einer andern Austauschschülerin aus Mexico übernachtet. 
Am Sonntag mussten wir um 5 Uhr aufstehen, weil wir um 6 Uhr an einem Rotaryevent sein sollten, aber typisch brasilianisch, haben wir um 6 Uhr begonnen, Frühstück zu essen, und kamen erst um 7 Uhr bei diesem Event an. Es war die «Promoção da Paz», ein Event, bei dem die Austauschschüler Ballons und Sonnenblumenkerne an Leute, die einen Lauf gerannt sind, verteilen mussten. Dieser Teil war eher langweilig, aber wir hatten auch Zeit, um uns ein bisschen auszutauschen, wie es allen geht. Es gab Zumba Tänzer, die auf einer Bühne etwas vorgetanzt haben, und wir probierten, es nachzutanzen. Das hat sehr viel Spass gemacht. Danach war das Event auch schon wieder vorbei und wir gingen ein bisschen spatzieren um Capybaras zu beobachten. Eigentlich sollte es an diesem Ort sehr viele haben, aber wir hatten kein Glück. Ich denke es war ihnen zu heiss (38°C). Zum Zmittag gingen wir in eine Mall und haben auch noch einige Läden auskundschaftet. Als wir wieder «zu Hause» waren, konnten wir uns von diesem heissen Tag ein wenig im Pool abkühlen und reden. Das war ein schöner Ausklang des Wochenendes.
Churrasco
Masoala Vibes

Samstag, 2. September 2023

Mein Schultag

In diesem Blog werde ich ein bisschen über meine Schule und meinen Tagesablauf an einem Schultag schreiben.

Mein Wecker klingelt morgens um 6:14. Nachdem ich mich angezogen habe, esse ich Frühstück. Parallel mache ich meinen Znüni bereit, meistens ist es Kuchen oder Toast mit Nutella. Um 6:45 fährt mich mein Gastvater mit dem Auto zur Schule. Der Weg dauert genau 10 Minuten und meistens sehe ich einen schönen Sonnenaufgang.

Ich komme um 6:55 in der Schule an und der Unterricht beginnt um 7:00. Also eigentlich sollte er das, aber meistens kommen die Lehrpersonen erst etwa um 7:10. Am Eingangstor steht meistens ein Lehrer, der die Schüler/innen begrüsst. 5 Minuten nach Unterrichtsbeginn wird das Tor dann abgeschlossen und wer zu spät kommt, muss halt warten. Wenn man garnicht kommt oder nur am morgen, dann interessiert das aber eh Niemanden.

Ich habe von 7:00 bis 9:30 drei 50-minütige Lektionen. Danach habe ich 20 Minuten Pause und dann nochmals drei Lektionen bis 12:20. Am Nachmittag biginnt der Unterricht um 13:50, nach 2 Lektionen habe ich 10 Minuten Pause und der Unterricht endet um 16:30. 

Fächer: Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, Geschichte, Geografie, Filosophie, Soziologie, Portugiesisch, Englisch, Aufsatz, Kunst, Informatik. Es gibt noch ein bis zwei andere Fächer, die ich nicht beschreiben kann. Wir haben 39 Lektionen pro Woche.

Wir haben eine Schuluniform. Es ist ein T-shirt und einen Pulli, und es gibt auch Hosen, die aber fast niemand trägt. Man wird nicht komisch angeschaut, wenn man ganz andere Kleider anhat.

Der Unterricht: Die meisten Lehrer machen einfach ihr Ding und gehen nicht wirklich auf die Klasse ein. Sie schreiben an die Tafel und man soll es abschreiben, oder sie erklären etwas. Wenn man etwas abschreiben soll, sprechen die meisten, wärend die Lehrperson am schreiben ist. Da ich aber probiere, alles so schnell wie möglich aufzuschreiben, habe ich danach ein Bisschen Zeit um irgendetwas zu machen. Meistens in diesen Situationen lese ich, oder ich zeichne etwas. Manchmal mache ich das auch wärend des aktiven Unterrichts, zum Beispiel in Physik, da ich das nichtmal auf Deutsch verstehe und sie Dinge machen, die ich noch nicht hatte. Einige meiner Klassenkamerad/innen schlafen auch wärend gewissen Fächern. Wir haben 2 Bücher für alle Fächer, die Theorie und Aufgaben beinhalten. Man kann auf dem Stuhl sitzen, wie man will. Ich habe zum Beispiel eine Decke, da es am Morgen kalt ist, und sitze meistens im Schneidersitz. Wenn man etwas sagen will, spricht man einfach und wenn man aufs WC muss, sagt man das und geht dann. Zu Beginn des Unterrichts muss man das Handy in ein Kästchen legen, aber wenn man es wärend des Unterrichts will, kann man auch einfach fragen. Die Sitzordnung am Morgen ist meistens anders, als am Nachmittag, denn man kann die Pulte dahin schieben, wo man will. Alle haben einen Flasche auf dem Pult, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich noch nie jemanden trinken gesehen. Die meisten Lektionen hören etwa 5 Minuten vor Unterrichtsende auf, und auf garkeinen Fall danach. Am Anfang musste ich keine Prüfungen schreiben, aber ich habe dann gesagt, dass ich sie schreiben will. Sie sind recht einfach, da es oft Aufgaben hat mit gegebenen Antwortmöglichkeiten. Nachdem man die Prüfung abgegeben hat, hat man frei, egal ob es eine Doppellektion war, oder nicht. In den Pausen sitzt die ganze Klasse in einem Kreis und wir essen. Danach spielen die meisten UNO, oder sind am Handy. Jedes Mal, wenn ich in die Pause, oder nach Hause gehe, geben mir jüngere Mädchen Süssigkeiten.

Wenn ich nach der Schule Sprachschule habe, muss ich etwa 10 Minuten laufen. Wärend dem esse ich einen Zvieri und höre Musik. In der Sprachschule fragt mich mein Lehrer einfach Dinge und ich muss sie beantworten (natürlich auf Portugiesisch). Er schaut dabei darauf, dass ich das gesuchte Vokabular verwende und korrigiert mich bei den Zeitformen. Der Unterricht dauert von 17:00 bis 18:00. Danach werde ich mit dem Auto abgeholt und manchmal gehen wir noch kurz einkaufen.

Sobald ich zu Hause angekommen bin, räume ich meinen Thek aus, esse etwas und beginne dann meine Todo Liste abzuarbeiten. Dann mache ich ein Workout, da ich sost fast keine Möglichkeit habe, Sport zu machen. Danach dusche ich und etwa um 20:30 gibt es Essen. Nach dem Essen mache ich alles bereit für den nächsten Tag, bin noch ein Bisschen am Handy und gehe dann etwa um 22:30 ins Bett.

 

Schule

Pausenplatz und Sporthalle

Mein Klassenzimmer

Handykasten

Sonnenaufgang